Wertvolle Tipps vor Abschluss eines Bestattungsvertrages oder einer Bestattungsvorsorge
Willkommen in meinem Blog Rat und Hilfe bei Bestattungen. Immer wieder treffe ich in unterschiedlichen Foren auf die gleichen Fragestellungen:
Welches Bestattungsinstitut können Sie mir empfehlen?
Erd- oder Feuerbestattung? Was ist teurer?
Darf ich die Urne mit nach Hause nehmen.
Wie viel kostet eine Bestattung?
Woher weiß ich, ob das was auf der Rechnung steht, auch wirklich geliefert wird. Zum Beispiel im Falle der Sargausstattung?
Bevor ich auf die häufigsten Fragen im Zusammenhang mit Bestattungen eingehe, möchte ich Ihnen einen kurzen Einblick geben, warum dieser Blog entstand:
Ich hatte einen Bruder, der im Alter von 27 Jahren bei einem Unfall ums Leben kam. Die Erfahrungen, die wir damals u.a. mit dem Bestattungsunternehmen gemacht haben, waren haarsträubend. Die Erfahrung einen geliebten Menschen plötzlich und für immer hergeben zu müssen, ist tragisch genug. Sich dann noch mit dem Thema Bestattung auseinanderzusetzen, ist nahezu unmöglich. Wir wussten vieles nicht. So auch, dass es möglich ist, das Bestattungsunternehmen frei zu wählen. Wir haben damals das Bestattungsunternehmen genommen, das von der Polizei für die Bergung am Unfallort, beauftragt war.
Dass der Leichnam meines Bruders in Rüschenhemd und Fliege gekleidet wurde, konnte ich damals gerade noch verhindern. Wir hätten gerne Abschied genommen, was der zuständige Sachbearbeiter der Kriminalpolizei damals mit allen Mitteln verhinderte. Ein halbes Jahr nach der Beerdigung meines Bruders fragte ein Mitarbeiter des Bestattungsinstitutes meine Mutter, warum wir nicht Abschied genommen hatten. „Er hätte den Leichnam so schön vorbereitet“. Nur darüber informiert, hat uns niemand.
Der Tod meines Bruders liegt nun 20 Jahre zurück. Die fehlende Sensibilität von Menschen, die in ihrem beruflichen Umfeld mit dem Tod meines Bruders konfrontiert waren, hat uns zusätzlich großes Leid zugefügt.
Diese Erfahrung hat mich dazu bewegt, mich für den Schutz der Hinterbliebenen zu engagieren. Begonnen habe ich mit der Gründung einer Selbsthilfegruppe für Verwaiste Eltern, die ich eineinhalb Jahre begleitete. Von 1999 bis 2006 arbeitete ich als Kriseninterventionsberaterin im Rettungsdienst, in einem Team, das ich selbst mit gegründet habe. Dieses Team war mein „Baby“ und es gab mir die Möglichkeit, Betroffene ein Stück ihres schweren Weges zu begleiten.
Meine finanzielle Situation als alleinerziehende Mama hatte mich schließlich dazu bewogen, eine Stelle bei einem Bestattungsunternehmen anzunehmen. Dort habe ich zusätzlich zu meiner Tätigkeit als Beraterin, eine Ausbildung in der Pathologie absolviert und im Anschluss nahezu alle anfallenden Tätigkeiten, ausgeführt. So konnte ich mir ein umfangreiches Wissen aneignen. Irgendwann realisierte ich, ein Bestattungsunternehmen ist ein Dienstleistungsunternehmen. Mehr nicht. Auch wenn die Branche in den letzten Jahren mit Trauerseminaren und Trauerbegleitern wirbt, dient alles nur dem Profit. Bestattungsunternehmen und Trauerseminare – das passt nicht zusammen. Das Profitdenken der Bestattungsunternehmen und das Angebot an Trauerseminaren führen aufgrund fehlender Empathie und Authentizität den Gedanken der Trauerbegleitung ad absurdum.
Es kam wie es kommen musste. Wie so oft in meinem Leben hatte ich einmal wieder zu viel Herzblut, Naivität und zu viele Überstunden in meine Arbeit investiert. Die Dankschreiben, Blumensträuße und Trinkgelder der Angehörigen nebst namentlicher Erwähnung in den Danksagungen bestätigten mir zwar meinen Erfolg, führten aber, wie sollte es anders sein, zu Neid und Missgunst unter den Kolleginnen. Mobbing und Bossing (es war ein Familienunternehmen) führten schließlich dazu, dass ich mich neu orientierte. Was blieb ist das Wissen in meiner inneren „Schatztruhe“. Meine berufliche Situation lässt mir wenig Zeit, mein Wissen in entsprechenden Foren weiterzugeben. Helfen möchte ich trotzdem gerne. So habe ich mich entschlossen, diesen Blog zu starten.
Beginnen möchte ich mit der immer wiederkehrenden Frage:
„Welches Bestattungsinstitut können Sie mir empfehlen“.
Tipp 1:
Die Frage ist falsch gestellt. Ein Bestattungsinstitut ist ein profitorientierter Dienstleister.
Auch ein Autohändler ist ein profitorientiert. Wenn Sie planen, sich ein neues Auto zu kaufen, gehen Sie dann nur zu einem Händler? Natürlich nicht.
Ein Autokauf ist eine schöne Sache. Eine Beerdigung ist eine traurige Angelegenheit.
Trotzdem sollten Sie vergleichen und sich nicht vom erstbesten Anbieter unter Zeitdruck setzen lassen. Auch von einem Bestatter können Sie einen Kostenvoranschlag verlangen. Und dann zum nächsten Anbieter gehen und das gleiche tun. Und dann vergleichen.
Erd- oder Feuerbestattung? Was ist teurer?
Tipp 2:
Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Eine Feuerbestattung kann durchaus teurer sein als eine Erdbestattung. Denn auch bei der Feuerbestattung wird ein Sarg benötigt, in dem der Verstorbene zum Krematorium transportiert wird. Hinzu kommen die Kosten für den Transport und das Personal.
„Darf ich die Urne mit nach Hause nehmen.“
Tipp 3:
Nein. Dürfen nicht, können schon. In Bayern zum Beispiel ist das laut Bestattungsgesetz nicht erlaubt. Wie bei allen Gesetzen gibt es auch hier Schlupflöcher. Über Umwege lässt sich das durchaus realisieren.
"Wie viel kostet eine Bestattung?"
Tipp 4:
Hier habe ich wortwörtlich folgende Antwort eines Billigbestatters im Netz gefunden:
„Ab 500 Euro. Je nachdem wie viel Ihnen der Angehörige wert ist“.
Diese Aussage ist geradezu klassisch für die Art und Weise, wie dem Kunden suggeriert wird, dass die Höhe der Rechnung des Bestatters in irgendeiner Form etwas mit der Wertschätzung gegenüber dem Verstorbenen zu tun hat. Eine von einigen Bestattern immer wieder gern gewählte Methode, um Kasse zu machen.
"Woher weiß ich, ob das was auf der Rechnung steht, auch wirklich geliefert wird. Zum Beispiel im Falle der Sargausstattung?"
Tipp 5:
Indem Sie es kontrollieren. Jeder Bestatter muss Ihnen die Möglichkeit geben, nach der sogenannten Einsargung des Verstorbenen und vor der Aufbahrung, noch einmal Abschied zu nehmen. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit der Kontrolle.